Im Januar war ich mit Peggy für ein Wochenende im Kloster Steinfeld in der Eifel als Seminarleiterin für eine Yoga-Auszeit.

Eine sehr interessante Erfahrung, es war für mich das erste Mal so intensiv mit einer festen Gruppe nicht nur als Vorturnerin, sondern auch als Gesprächspartnerin unterwegs zu sein.

Es entspricht mir ja eh total, neue Menschen kennenzulernen und mit diesen auch schnell ins Gespräch zu kommen. Vor ein paar Monaten habe ich irgendwo gelesen dass „die meisten Menschen nicht fragen um zu hören, sondern um zu sprechen“.  Seitdem achte ich sehr auf mein Verhalten in Gesprächen, habe mich schon häufig mit genau diesem Verhalten ertappt und versuche immer wieder etwas mehr zu verändern.

Ich hörte, viele interessante Lebens- und Momentaufnahmen, Ideen, Zweifel, Träume, Fragen.

Das Kloster ist, trotz dem Hotelbetrieb darin, ein Spiritueller Ort an dem die Stille im Außen sich leichter einstellen kann und die Gedanken von ganz allein zu den großen Fragen des Lebens wandern.
Und so ergab sich ein Gespräch mit einem Teilnehmer der zwar schon viele Jahre Asanas praktiziert, aber als äußerst christlicher Mensch nun nicht gut damit klar kam dass ich unter dem Jesuskreuz saß und in Sanskrit von allen Wesen in allen Welten sang.
Ich habe mich sehr gefreut dass er mich am Samstag ansprach und mir von seinem Konflikt erzählte. Wir hatten eine tolle gemeinsame halbe Stunde in der wir buchstäblich über „Gott und die Welt“ philosophierten und aus der ich viel für mich mitgenommen habe.
Der Gedanke der Eigenfürsorge, von der ich vormittags noch sprach, hat ihn ermutigt mich anzusprechen, anstatt den Rest des Wochenendes zu hadern und im Stillen aus dem „Om“ ein „Amen“ zu machen.
Und mir fiel es leicht, nachdem ich ihn gehört hatte, meine Impulse anders, offener zu formulieren. Es entstand eine Yogastunde mit der Frage nach der eigenen Hingabe und der Widmung der Yogapraxis an den jeweiligen ganz eigenen Leuchtstern.
Ob das nun an Ganesha oder an Jesus geht, ist am Ende völlig Wurst – die Yogis sind da ja nicht so.
Für ihn schien es auf jeden Fall die entscheidende Veränderung zu sein denn er ging offensichtlich viel zufriedener aus der nächsten Einheit hinaus.

Oder die Idee einer Teilnehmerin, Yogalehrerin zu werden. Die Situation kam mir bekannt vor: auch in ihr ist da plötzlich dieser Wunsch der nicht mehr lange leise bitten wird… Ich hoffe, ich konnte ihr Mut machen und sie bestärken auf ihre eigenen Wünsche zu hören und einfach nochmal was ganz anderes zu probieren. Wer sagt denn dass wir für immer so bleiben müssen wie wir gestern Abend waren? Heute wachen wir schließlich mit einem neuen Tag auf!

Und obwohl das Wochenende durchaus anstrengend war, bin ich voller Energie nach Hause gefahren.

Denn auch ich wurde gefragt was ich so mache, was meine Träume und Ideen sind und die Antworten wurden interessiert gehört und führten zu neuen Gesprächen.

Wieder mal wurde mir bewusst dass ich für Einkehr keine Stille benötige, sondern das Gegenteil: Interaktion mit anderen ist mein Weg um am Ende das Tages die Gedankenrollen im Kopf etwas langsamer drehen zu lassen. Als wenn irgendwann mein Wortkontingent pro Tag raus geredet ist – würde ich die Worte nicht raus lassen, so würden sie in meinem Kopf einfach weiter quasseln.

Perfekt also für mich, dass ich allein in diesem Jahr noch drei weitere Auszeiten im Kloster als Seminarleiterin mitmachen darf!
Wer das jetzt liest und mit möchte: Für März und Oktober gibt es noch freie Matten!

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