Tag 7

Heute ist der letzte Tag im Ferienhaus, morgen gehts den Berg runter Richtung Zug – gen Atlantik. 

Ich schlafe hier leider nicht besonders gut, erst ist es zu warm, dann mit dem dünnen Laken zu kalt, dann springt dieser dämliche Kühlschrank an, dann summt eine Mücke um meinen Kopf… und so weiter. Ich schlafe also irgendwann zwischen drei und acht und bummel dann ewig rum bis mein Geist auch wach ist. 

Darum ist heute ein Tag ohne Bewegung (bis auf ein bisschen Yoga um dem Muskelkater von gestern die Zunge raus zu strecken) und ich sitze auf meiner Terrasse, esse Melone, lese, Ticker auf dem Handy rum… und sinniere. 

Was mir aufgefallen ist: die Franzosen essen mit sehr viel Hingabe. 

Es gibt Vorspeisen die schon ein ganzes deutsches Mahl sein könnte. Es kommt alles auf den Tisch: Tomaten mit Zwiebeln in Olivenöl, Baguette, Melone, Tapenade, Schweinskopfsülze. Dazu Wein. 

Der Hauptgang dagegen ist kleiner als ein typisch Deutscher, und vielfältiger mit Würstchen, Baguette, Spinat mit ganz viel Butter und Sahne, rote Beete, Quiche…. dazu.. Wein. 

Und dann kommt noch ein wenig Obst, Käse, der Rest vom Schinken wird gemümmelt, vielleicht noch ein Pernod?

Alles schön angerichtet, der Esstisch ist nicht nur zum dran sitzen und essen da sondern es wird geredet und lange zusammen gesessen ohne dass einer abräumt. 

Nicht nur abends, wenn ich so unterwegs bin dann sehe ich mittags oft Familien auf einer schattigen Terrasse sitzen und zwischen den Tellern mit Kleinigkeiten liegen Malbücher und Spielzeug. 

Vielleicht habe ich mir einfach zu sehr angewöhnt, schnell für eine Nahrungszufuhr zu sorgen. Aber eigentlich entspricht mir dieses Modell viel mehr. 

Das möchte ich auf jeden Fall versuchen, viel mehr zu leben: bewusstes, „achtsames“ Essen – und nicht nur das, auch das Beisammensein. Warum sitzen wir zu viert oder mehr an einem Tisch in der Küche und schlingen das Mittagessen aus Aluschalen in uns hinein während jeder auf sein eigenes Handy guckt?

Bei meinem vorletzten Arbeitgeber war ich die erste, die „Handyverbot am Tisch!“ krakeelte – und keiner hat sich laut beschwert, im Gegenteil. Wir führten Gespräche, lernten uns kennen, checkten mal eine halbe Stunde nicht unsere Mails und Facebook-Accounts… und gingen hinterher frischer zurück an unsere Aufgaben, oft mit einem neuen Lösungsansatz oder einer Geschichte im Kopf die jemand im RealLife erzählt hatte.

Gut, das mit den diversen frischen Kleinigkeiten und dem Wein wird sich auf der Arbeit schwer realisieren lassen – leider ?. Aber was auf jeden Fall geht, ist das Handy am Arbeitsplatz liegen zu lassen und darauf zu achten mit wem ich da gerade was esse. 

Und mehr Hingabe, mehr Frische, mehr Genuss? Ich kenne die/den einen oder anderen die/der sicher am Wochenende Lust hat das mal wieder zu zelebrieren. 

Lasst uns viel öfter zusammenkommen und das Leben genießen, das uns geschenkt wurde. Wir leben im Überfluss, genau so sollten wir es auch ganz bewusst wahrnehmen. 

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4 Kommentare

  1. Hallo Katja.Genau so sollte es sein,sich mehr Zeit füreinander nehmen.Bei uns herrscht immer eine totale Hektik,jeder starrt auf sein Handy und möchte „nichts“ verpassen,es wirkt alles so oberflächlich,schade eigentlich.Drum sei doch mal wieder die resulute und führe es in deiner Fa.ein,für eine gewisse Dauer mal nur über Gott und die Welt quatschen zu können,ohne mal den Blick auf sein Handy zu werfen. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und alles Gute auf deinem weiteren Wanderweg.
    Lg.Papi.

  2. das alles ist ganz in meinem Sinne!
    Handyverbot am Tisch, daran ist noch keiner zugrunde gegangen.
    Ich wünsche dir noch einen schönen letzten Tag dort!
    Mitgenommen hast du ja schon eine Menge auf dieser Reise ….

    Alles Liebe, Eva

  3. Das ist eine sehr gute Idee Süße, wieder mehr zusammen sein und die Dinge des Lebens zusammen genießen und sich darüber und daran erfreuen…

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